IPL-Haarentfernung in der Schwangerschaft

Für IPL-Anwenderinnen stellt sich in der Schwangerschaft die Frage, welche potentielle Gefahr diese Methode zur Haarentfernung für das noch ungeborene Baby darstellt. Dazu ist es zunächst wichtig zu verstehen, wie die IPL-Methode überhaupt arbeitet.

Funktionsweise der IPL-Haarentfernung

IPL bedeutet „Intensed Pulsed Light“. Die Haarentfernungsmethode arbeitet also mit intensivem Licht, das bei Kontakt mit dem Haar in Wärmeenergie umgewandelt wird. Dabei wird das Haar aus seinem Kanal gelöst.

Dazu wird die Blitzlampe auf die Hautoberfläche aufgesetzt. Bei Kontakt sendet sie kurze Lichtimpulse in bestimmten Wellenlängenspektren. Die meisten Geräte arbeiten mit Wellenlängen zwischen 600 und 950 Nm. Die dabei erzeugte Energie überträgt sich vom Haar auf die umliegenden Strukturen. Ist das Haar in seiner aktuellen Entwicklungsphase in Kontakt mit seiner Nährstruktur, wird diese zerstört. Damit ist sie nicht mehr in der Lage, neue Haare zu produzieren.

Das bedeutet also, dass während einer IPL-Behandlung Lichtenergie in den Körper eindringt.

Mögliche Nebenwirkungen bei der Behandlung mit IPL

Bei IPL-Behandlungen können Schädigungen an der Haut und den Augen auftreten. Es kann zu Narben und Verbrennungen kommen. Außerdem ist es möglich, dass sich Hautareale verfärben und es während der Anwendung zu Infektionen mit Herpesviren oder Bakterien kommt. Nicht selten kann eine Behandlung auch schmerzhaft sein.

Daher ist für einen reibungslosen Ablauf die Erfahrung und Ausbildung des Anwenders sowie die Qualität des Geräts ausschlaggebend. Auch das eigene Verhalten vor und nach dem Eingriff sollte verantwortungsvoll sein. Starke Sonneneinstrahlung und Solariumbesuche sollten beispielsweise gemieden werden.

Wahrnehmung des Babys von Licht während der Schwangerschaft

Auch wenn das Baby erst nach der Geburt richtig sehen kann, ist sein Sehnerv bereits einige Monate vor der Geburt so gut ausgebildet, dass es Licht wahrnehmen kann. Es reagiert auf den Wechsel von Hell und Dunkel und kann seine Augen bewegen.

Einfluss des veränderten Hormonpegels in der Schwangerschaft

Häufig ist während der Schwangerschaft und auch der Stillzeit die Hormonlage insofern verändert, dass sie sich auf das Haarwachstum auswirkt. An manchen Körperstellen kann also die Behaarung stärker ausgeprägt oder im Gegenteil reduzierter sein. Daher ist es sinnvoll für eine effektive Haarentfernung darauf zu warten, bis sich der Hormonpegel einige Zeit nach der Entbindung und auch nach der Stillzeit wieder reguliert hat.

Des Weiteren kann es zur Bildung von Pigmentflecken kommen, was wiederum ebenfalls einen Einfluss auf die Haarentfernung bewirkt.

Expertenrat zur Haarentfernung mit IPL während der Schwangerschaft

Bisher liegen keine Studien darüber vor, inwiefern IPL das ungeborene Baby beeinflusst.

Rein physikalisch gesehen wird bei einer IPL-Behandlung der Lichtimpuls nur auf ein bestimmtes Hautareal geleitet und nicht unkontrolliert im Raum verteilt.

Da jedoch das Baby bereits generell Licht wahrnehmen kann, raten die meisten Anbieter und Experten aus Vorsicht während der Schwangerschaft von einer Anwendung davon ab.

Vor allem am Bauch ist davon abzusehen. Insbesondere sollten aber auch Stellen in der Nähe des Bauchbereichs wie die Arme, das Kinn und der Intimbereich gemieden werden.

Auch ist unbekannt, inwiefern sich eventuell auftretende Nebenwirkungen auf das Baby auswirken.

Um möglichen Risiken aus dem Weg zu gehen, wird also unter Einbeziehung aller Faktoren und dem allgemeinen Konsens zur Vorsicht vor dem Gebrauch des IPL-Geräts während der Schwangerschaft abgeraten.